TENDIERST DU DAZU, IN DIE PROZESSE DEINER MITMENSCHEN EINZUGREIFEN?

So gerne wir Menschen helfen wollen, sie motivieren sich ihre Muster und Themen anzuschauen -> wir können sie nicht zwingen.  

Jeder von uns hat seinen Lebensplan und alle gehen ihren Weg im eigenen Tempo.  

Man kann die Menschen lediglich aufmerksam machen und unterstützen aber Dinge für Andere zu lösen und deren Verantwortung zu übernehmen, dürfen wir nicht.  

Selbst wenn es uns unendlich schmerzt und wir nicht tatenlos zusehen wollen, so ist es nicht unsere Aufgabe in die Prozesse des Grossen und Ganzen einzugreifen, denn wir wissen nie, wozu es gut ist…. 

Ein Wissenschaftler, der einen Schmetterling beobachtete und sah, wie sehr er sich abmühte, um durch die enge Öffnung seines Kokons zu schlüpfen. Seit vielen Stunden kämpfte der kleine Kerl, um sich zu befreien. Der Wissenschaftler bekam Mitleid und weitete vorsichtig die kleine Öffnung des Kokons, damit sich der Schmetterling leichter befreien konnte. Und so geschah es: Der Schmetterling entschlüpfte plötzlich sehr schnell und leicht.  

Doch als der Wissenschaftler ihn erblickte, erschrak er. Die farbenprächtigen Flügel des Schmetterlings waren kurz, und so sehr er sich auch bemühte, er konnte nur flattern, aber es gelang ihm nicht zu fliegen. 

Völlig aufgelöst nahm der Wissenschaftler den verzweifelt flatternden, kleinen Kerl und lief zu seinem Freund, einen Biologen. „Sag, warum sind seine Flügel so kurz, und warum kann der kleine Schmetterling nicht fliegen?“ 

Der Biologe fragte den Wissenschaftler, was denn geschehen sei. Da weinte der Wissenschaftler und gab zu, dass er dem Schmetterling geholfen hatte aus dem Kokon zu schlüpfen. „Mein armer, Freund,“ sagte der Biologe, „das war das Schlimmste, was du ihm hast antun können. Durch die enge Öffnung ist er gezwungen, sich mit eigener Kraft durchzuquetschen. Erst dadurch kommen seine Flügel aus dem kleinen Körper heraus. 

Du hättest ihm dabei zusehen können, wie er sich mit seiner ganzen eigenen Kraft aus dem Kokon kämpft, dann ganz erschöpft zur Erde fällt, sich langsam reckt und streckt, um seine Flügel auszubreiten und zu fliegen. Weil du ihm aber geholfen hast, um ihm den Schmerz zu ersparen, hast du ihm die Kraft seiner Flügel genommen.“